Susanne Kalberer

Von Kamelen und sonstigem Glück

2022 Bibelübergabe (Foto: Susanne Kalberer)

Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Spritzig, voller Drive und in weiten Teilen «uf Bärndütsch» kam am vergangenen Sonntag der Familiengottesdienst in der evangelischen Kirche daher. Christof Fankhauser, der Liedermacher aus dem Emmental, wusste nicht nur die 4. Klässlerinnen und -Klässler zu begeistern.
Susanne Kalberer,
Augen und Ohren sind weit offen, als der Troubadour mit Hut, kobaltblauem Hemd, Jeans und roten Chucks auf seinem Blaspiano klagt, um gleich darauf vergnüglich tonale Purzelbäume zu schlagen. «Mängisch bisch elei, mängisch simer zwöi, oder drüü, vier, füfi zäme, wo gärn öppis undernäme, ganz egal, was i grad tue, Gott isch dert derbii», mit seinem lockeren Einstiegssong gelingt Christof Fankhauser eine Initialzündung mit Applaus.

Endlich wieder «ohne»

Pfarrer Lukas Weinhold freut sich, diesen Familiengottesdienst mit dem Überreichen der Bibeln an die Religionsschülerinnen und -schüler aus der 4. Klasse ganz ohne einschränkende Auflagen feiern zu dürfen. Der Service aus den vergangenen zwei Jahren, die Feier in die eigenen vier Wände zu streamen, bleibt an diesem Sonntag noch erhalten. Mit Gebeten und Gesang tragen die Kinder zusammen mit ihren Katechetinnen Susanne Meyer-Büchi und Lucia Höchli zu einem gelingenden Gottesdienst bei. Wie die Kinder auf der Bühne stehen und ihre Bibeln in Empfang nehmen, ist rührend.

Ein Kamel in der Klemme

Was hat es wohl mit der Ankündigung auf sich, dass der Liedermacher ein Kamel von der Strasse zu sich nach Hause genommen hat? Offensichtlich ist Christof Fankhauser das Dromedar ans Herz gewachsen, denn es spielt die Hauptrolle in der Bildergeschichte. Schliesslich soll es mit Sack und Pack durch ein winzig kleines Stadttor hindurch. Beladung runter, Sattel ab, Bauch einziehen, stossen, zwängen – und hoppla, das Lasttier schafft das schier unmögliche Vorhaben wirklich. Einige Kinder staunen, dass die Bildergeschichte in Anlehnung an das bekannte Gleichnis Jesu’ «Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt» entstanden ist. «Ein Reicher ist jemand, der einfach zu viel hat», fasst Christof Fankhauser zusammen. Immer wieder habe er die Erfahrung gemacht, dass weniger mehr sei und oft viel Freiheit berge. Mit einem letzten Song verabschiedet er sich auf sympathische Weise: «Dass du guete Gott gross bisch, dass du starch bisch, isch mis allergröschte Glück.»
Bereitgestellt: 21.02.2022     Besuche: 32 Monat 
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