Susanne Kalberer

Hingehen, staunen, im Herzen bewahren

Highlight Tauben steigen lassen (Foto: Susanne Kalberer)

Die feierlichen Klänge des Musikvereins Alpenrösli füllten vergangenen Sonntag nicht die Waldlichtung im Ebenholz, sondern die evangelische Kirche. Der ins Trockene verlegte «Waldgottesdienst» wurde zudem durch die Taufe von vier Knaben, das Segnen der 3.Klassuntischülerinnen und -schüler und einen spannenden Inhalt geprägt.
Susanne Kalberer,
«Wussten Sie, dass jede 10. Tierart zur Gattung der Schmetterlinge zählt?», stieg Pfarrer Lukas Weinhold ins Thema ein. So gebe es weltweit rund 180`000 Schmetterlingsarten, davon seien in Mitteleuropa rund 3700 heimisch. Vielleicht würden wir beim Begriff «Schmetterling» zuerst an die prächtigen «Schuppenflügler» wie Tagpfauenauge oder Schwalbenschwanz denken. Aber wer scheue sich nicht vor Motten im Kleiderschrank, die den teuren Wollpullover unbrauchbar machen könnten? Auch diese Schädlinge gehörten zu den Schmetterlingen.

Ungelöstes Rätsel

Spannend sei die Metamorphose, während der sich die im «Ruhestadium» befindliche, verpuppte Raupe in einen Schmetterling verwandle. Die inneren Organe weitestgehend aufgelöst, bilde sich aus den Genen der vormaligen Raupe ein völlig neues Geschöpf, ein fertiger, so anders gestalteter Falter. Auch heute noch gebe dieses Wunder Forschern viele Rätsel auf. Einprägsam auch folgende Geschichte: ein Mann hat das Glück, dem Schlüpfen eines Schmetterlings zuzuschauen. Trotz anfänglicher Geduld rechnet er nicht mit einer so langen Prozedur und schneidet den engen Kokon der Puppe auf. Im irrigen Glauben, dem Falter zu helfen. Das Gegenteil trifft zu: durch dieses Eingreifen ist der Schmetterling nicht genötigt, Stärke in seinen Flügeln zu entwickeln, er bleibt fluguntauglich. «Manchmal müssen auch wir durch belastende Lebensphasen hindurch, was wohl niemand sucht. Wie tröstlich ist es da zu wissen, dass Jesus uns dabei geduldig begleitet und wir um seine Hilfe in allen Schwierigkeiten bitten dürfen», so Pfarrer Weinhold. Wer weiss, was am Ende daraus wird?

Segen zum Unterrichtsbeginn

Dem Basteln von Schmetterlingen widmeten sich während der Predigt die vielen Kinder, die mit Jugendarbeiter Sam Schweingruber in ein gesondertes Programm gehen durften. Ein berührender Moment auch, als Eltern und Paten im Vertrauen auf den Beistand Gottes ihre Kinder taufen liessen. Gesegnet wurden zudem die 3. Klässlerinnen und -klässler, für die ab diesem Schuljahr der Religionsunterricht beginnt. Symbolisch für diesen Segen durften sie nach dem Gottesdienst traditionell Tauben steigen lassen. Viele Gottesdienstbesucher rundeten den feierlichen Morgen gemeinsam mit anderen bei Speis und Trank unter dem Vordach der Adlerscheune ab.
Bereitgestellt: 23.08.2021     Besuche: 65 Monat 
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