Susanne Kalberer

Senioren unterwegs

IMG-20190916-WA0019 (002)<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-waengi.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>140</div><div class='bid' style='display:none;'>5865</div><div class='usr' style='display:none;'>18</div>

Wird es sonnig am geplanten Reisetag? Der Wetterbericht vom Vorabend ist dann Balsam auf die Seelen der hundert Teilnehmer der Seniorenreise. So versammeln sich am Dienstagmorgen lauter froh gelaunte Reiselustige vor dem Adlerhaus zum Tagesausflug ins schöne Bündnerland.
Hansruedi Roth
Im ersten Heini-Car begrüsst Kirchenpräsident Rolf Baumann und im zweiten Monika Geyl die fröhliche Schar. Mit dem Lied «Grosser Gott wir loben dich» geht es zügig via Wil-Toggenburg-Ricken voran. Bis zum ersten allgemeinen Staunen: «Welch herrliche Aussicht auf Zürichsee und Linthebene, welch Geschenk nach dem Regenwochenende!»

Lebendiges Kulturgut

Bald folgt der Kaffeehalt im Bäckereimuseum Benken bei Rapperswil. Hier tauen die Gemüter so richtig auf, denn der Inhaber Herr Wick versteht es vorzüglich, uns mit urchigem Humor das interessante Museum vorzustellen. Es gibt weit mehr als nur das traditionelle Bäckerhandwerk zu bestaunen: Breitgefächertes, fast schon vergessenes Kulturgut lässt die «gute alte Zeit» lebendig werden. Teils auch noch selbst verwendete ähnliche Objekte oder praktizierte Bräuche entlocken bei manchen ein geheimnisvolles Schmunzeln. Bald aber heisst es: Abfahrt in fünf Minuten!

Auf zum Heidsee

Während die Chauffeure örtlich passende Anekdoten erzählen, tauchen wir in die Walenseeröhre ein. Links erscheinen nun der glitzernde Walensee, die schroffen Felswände und Quinten; rechts der Kerenzerberg und die Flumserberge. Problemlos passieren wir Walenstadt, das Sarganserland, Maienfeld, die Bündner Herrschaft und Chur.
Jetzt beginnen Steigung, herausfordernde enge Strassen und Kurven. Nach der eindrücklichen Fahrt tauchen Churwalden und das eigentliche Hauptziel Lenzerheide auf. Welch lieblicher Heidsee, welch schönes, weites Panorama. Im Restaurant-Hotel Seehof lockt das Mittagessen, nach einem herzlichen Empfang ist der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Ein feines Essen für hundert Personen aufs mal zu servieren ist eine Herausforderung, und das freundliche Personal verdient ein Kompliment. Mit Freunden geniessen wir anschliessend einen erholsamen Spaziergang entlang dem Seeweg. Im See bewundern wir quietschvergnügte, prächtige Seeforellen, die wohl von unserem Hotel «betreut» werden…

«Schnuggebock» fasziniert

Nun peilen wir nochmals ein lohnenswertes Ziel an: Das Restaurant «Schnuggebock» bei Teufen im Appenzellerland. Für die steile, enge Auffahrt zum besonderen Restaurant schickt der Chauffeur ein Stossgebet zum Himmel. Jetzt bloss kein Gegenverkehr…
Geschafft; wir werden herzlich vom Chef und seinen jungen Mädis begrüsst, alle gekleidet wie anno dazumal. Appenzellisch werden wir in den ersten Stock dirigiert. Beim Treppenaufgang hinter Glas in frischem Stroh eine Muttersau mit ihren putzigen Jungsäuli. Die ganze Ausstattung, Restaurant, Schulzimmer, Plumpsklo, auch Bedienung mit Kaffee und Schlorzifladen – alles original wie vor 100 Jahren. Wer hätte damals in bitterer Not gedacht, dass sich mit dieser Geschäftsidee ein Jahrhundert später gutes Geld verdienen lässt?

Lasst uns bescheiden darüber nachdenken und Gott für seine Gnade ehrlich danken. Und noch etwas: «s Schwizer Ländli isch nu chli, aber schöner, origineller und erfinderischer chönnt’s nöd si».
Bereitgestellt: 16.09.2019     Besuche: 91 Monat 
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